Dienstag, 28. Dezember 2010

Das ändert sich in Sachen Rente ab Januar 2011

Rentner müssen ab Januar 2011 mit einigen Änderungen rechnen. Der schwerwiegendste ist die Anhebung des Beitragssatzes in der Krankenversicherung: Der steigt uim 0,6 Prozentpunkte von 14,9 auf satte 15,5 Prozent; entsprechend erhöht sich der von den krankenversicherungspflichtigen Rentnern  zu zahlende eigene Anteil von 7,9 Prozent der Bruttorente auf 8,2 Prozent.
Wer einen Zuschuss von der Rentenversicherung zu seiner privaten oder freiwilligen Krankenversicherung  bekommt, wurde über die Änderung  bereits informiert; die meistem Rentner erfährt die neuen Zahlen („Ihr KV-Anteil“) per Kontoauszug.

Hinzuverdienst unverändert
Die Hinzuverdienstgrenze von monatlich 400 Euro brutto bleibt 2011 für Altersrentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze sowie für Bezieher einer vollen Erwerbsminderungsrente maßgebend. Bei einem Hinzuverdienst bis zu 400 Euro kann die Rente in voller Höhe gezahlt werden. Wer regelmäßig mehr als 400 Euro monatlich zu seiner Rente hinzuverdient, erhält – je nach Höhe des Hinzuverdienstes – die Rente anteilig.

Höhere Beitragsbemessungsgrunze in neuen Bundesländern
Weitere Änderungen, die aber vor allem Menschen im Erwerbsleben betreffen:
Die Beitragsbemessungsgrenze beträgt in den alten Bundesländern weiterhin monatlich 5.500 Euro (66.000 Euro jährlich). In den neuen Bundesländern wird sie von bisher 4.650 Euro (jährlich 55.800 Euro) auf 4.800 Euro (57.600 Euro jährlich) angehoben. Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Grenze, bis zu der Beiträge höchstens gezahlt werden können.

Der Höchstbeitrag für Pflichtversicherte zur Rentenversicherung beträgt in den alten Bundesländern weiterhin monatlich 1.094,50 Euro. In den neuen Bundesländern wird dieser auf 955,20 Euro monatlich angehoben.

Der freiwillige Mindestbeitrag beträgt nach wie vor in den alten und neuen Bundesländern einheitlich 79,60 Euro monatlich. Der Höchstbeitrag für freiwillig Versicherte liegt in den alten und neuen Bundesländern auch 2011 einheitlich bei 1.094,50 Euro.

Der Beitragssatz beträgt das fünfte Jahr in Folge auch im Jahr 2011 unverändert 19,9 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens. Hiervon zahlen Versicherte und Arbeitgeber je die Hälfte.

Jos

Donnerstag, 30. September 2010

Rösler will Vorkasse für gesetzlich Versicherte

Eine von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) angedachte Vorkasse für gesetzliche Versicherte wird von Kritikern abgelehnt. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD Karl Lauterbach befürchtete heute in einer Sendung von PHOENIX LIVE aus dem Bundestag „Verhältnisse wie in den USA, wenn Rösler seine Pläne verwirkliche. Es würde dann zu einer Drei-Klassen-Medizin kommen, so Lauterbach im PHOENIX-Interview.

Verteidigt wurden die Rösler-Vorkasse-Pläne von der gesuindheitsplitischen Sprecherin der FDP, Ulrike Flach. Sie bezeichnete das Vorkasse-Modell als „sozial ausgeglichen“ Flach wörtlich: "Das Instrument der Vorkasse soll gängiger gemacht werden, für die Menschen, die überprüfen wollen, was der Arzt mit dem Versicherten macht".

Montag, 27. September 2010

Hartz IV-Regelsätze: Taschenspielertricks helfen den Betroffenen nicht

Als "krumme Tour" bezeichnete der Präsident des SozialVerbandes Deutschland (SoVD), Adolf Bauer,die Neuberechnung der Hartz IV-Sätze durch die schwarz-gelbe Bundesregierung. Wie heute bekannt wurde, sollen Hartz IV-Empfänger lediglich 5 EURO mehr monatlich erhalten. Betroffen von der Emntscheidung der Merkel-Regierung sind auch viele chronisch Kranke

SoVD-Präsdident Bauer betonte heute, die von der Bundesregierung geplante Neuberechnung der Hartz IV-Sätze sei ein Griff in die Trickkiste: Künftig sollen nur die untersten 15 Prozent der Einkommensbezieher anstatt wie bisher die untersten 20 Prozent als Vergleichsgröße einbezogen werden. Für die betroffenen Menschen und ihre Familien sei das eine bittere Enttäuschung.

Die Ankündigung, man müsste die Hartz IV-Sätze von Kindern eigentlich noch weiter senken, sei "geradezu unglaublich", so Bauer. Damit zeigten die Verantwortlichen
ausgerechnet im Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung
ein enorm hohes Maß an Zynismus.

Dienstag, 14. September 2010

Zitat des Tages: Sozialsparen ist wie bittere Medizin

Zitat des Taged: Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke aus Krefeld verteidigte heute die Kürzungen im Soziakbereich mit folgendem Satz:

"Es ist wie eine bittere Medizin. Man muss sie regelmäßig einnehmen"

Die rheinische Frihnatur hat entweder zuviel Spoerl gelesen - oder "nächt nor einen wänzegen Schlock" Feuerzangenbowle gesüffelt. Das Original-Zital bei Spoerk senior - Professor Crey, dem Schauz, in (unter)selbige(n) gelegt:

"Met der Schole est es wie met der Medizin. Sä moß better schmecken, sonst nötzt sä nächts."

mein Rezept: Politiker wie Fricke sollten diese Sparmedizin selbst einnehmen - als Dauermedikation, mindestens dreimal täglich (ohne mit Feuerzangenbowle nachzuspülen"

Norbert Maas 

Donnerstag, 29. Juli 2010

Kommt statt dem Hausarzt demnächst die Moni?

Dieser Beitrag stammt aus dem SDezember 2009 - er ist allerdimngs nach wie vor aktuell: Die Pläne der Kassen, die hausärztliche Versorgung von bewegungsbehinderten Menschen abzubauen, sind aktueller denn je.


Der gute alte Hausarzt zieht sich zurück - zumindest, wenn es nach der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen geht. Der Plan: Statt dem Arzt soll Moni chronisch kranke Menschen zu Hause besuchen. "Moni", das ist eine Abkürzung und heißt "Modell Niedersachsen". Das Projekt der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen mit der niedlichen Abkürzung soll die Schere zwischen der steigenden Zahl chronisch kraner Menschen und der sinkenden Dichte in der hausärztlichen Versorgung schließen helfen.

Marion Renneberg, Mitglied im Bezirksausschuss der KV Braunschweig und zweite Vorsitzende des dortigen Hausärtzeverbandes, erklärt: "Moni basiert darauf, dass qualifizierte medizinische Fachangestellte vor allem Hausärzte bei medizinischen und verwaltenden Tätigkeiten entlasten. Wohlgemerkt nicht ersetzen."

Und so soll Moni funktionieren: Dr Arzt bleibt in seiner Praxis. An seiner Stelle fährt eine Arzthelferin zu Patienten, legt Verbände an, misst Blutdruck- und Blutzucker und verabreicht Medikamente. Die Arzthelferinnen sollen eine 200stündige Zusatzausbildung absolvieren – danach sind sie dann "Verah", das steht für "Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis"

Der niedersächsische Pflegerat sieht die Entwicklung ausgesprochen kritisch. Pflegeratsvorsitzende Marita Mauritz befürchtet Parallelstrukturen: "Wir halten es für problematisch, dass in Kurzkursen Medizinische Fachangestellte qualifiziert werden, ärztliche Tätigkeiten zu übernehmen."

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Meine persönliche Meinung:

Nach der Zweitklassen-Medizin, mit der wir schon lange mehr schlecht als recht leben, soll jetzt die "Holzklasse" eingeführt werden - für chronisch Kranke. Die älteren unter uns haben ja selbst noch auf den harten Sitzen in der Eisenbahn reisen müssen, wenn wir nicht genug Geld hatte, in der zweiten oder ersten Klasse Platz zu nehmen.

Auch wenn die KV versichert, "Verah" und "Moni" sollten den Hausarzt nicht ersetzen, sondern seien sozusagen "ferngesteuert" - unter einer ordentlichen ärztliche Versorgung stelle ich mir etwas anderes vor.

Warum dann nicht gleich der Schritt von Moni zu Mose - dem "Modell Selbstbehandlung"?

Norbert Maas

Unternehmen betrügen Schwerbehinderte - keiner schaut hin

Wer als Arbeitgeber mehr als 20 Mitarbeiter in seinem Betrieb beschäftigt, muss einen Arbeitsplatz für einen schwerbehinderten Menschen schaffen – so will es das Gesetz. Genauer: Fünf Prozent der Arbeitsplätze (bei einer Belegschaft von mehr als 20 Mitarbeitern müssen mit Schwerbehinderten besetzt werden. Eigentlich. Denn von dieser Pflicht können sich die Unternehmer freikaufen – mit der so genannten Schwerbehinderten-Abgabe. Die liegt zwischen 105 und 260 EURO monatlich pro nicht beschäftigtem Schwerbehinderten.

Ein Redakteur des Radioprogramms NDR 1 Niedersachsen hat mal nachgefragt – und da wurde es peinlich. Es stellte sich nämlich heraus, dass sich niemand dafür interessiert, ob die Betriebe denn Schwerbehinderte beschäftigen oder zumindest die Schwerbehindertenabgabe zahlen. Die zuständigen Behörden kontrollieren einfach nicht – und schon gibt es das Problem „Teilhabe von schwerbehinderten Menschen am Arbeitsleben“ nicht mehr – Gesetz hin, Gesetz her. Nur wenn die Unternehmer sich allzu dumm anstellen, gebe es schon m,al in Ausnahmefällen eine Art Plausibilitätsprüfung, so die Niedersächsische Regionaldirektion der Arbeitsagentur etwas kleinlaut gegenüber Holger Bock von NDR 1 Niedersachsen.

Noch krasser: Das Integrationsamt wird auch nicht tätig: Es überprüft nicht, ob die gemeldeten angeblich beschäftigten Behinderten in den Betrieben auch wirklich existieren.
Die IG Metall nennt diese Praxis der Behörden unumwunden beim Namen: „Das ist eine Einladung zum Betrug“, so Werner Feldes von der Gewerkschaft. Und der niedersächsische Behindertenbeauftragte Karl Fink fordert Konsequenzen. Ab sofort müsse es nicht angemeldete Kontrollen auch ohne konkreten Verdacht in den Betrieben geben, so Fink.

Das könnte sich lohnen: Nach einer Softwareumstellung bei der Arbeitsagentur tauchten prlötzlich – wie aus dem Nichts mehrere hundert Betriebe auf. Das Resultat: Ein zweistelliger Millionenbetrag in die Ausgleichskasse. Daraus werden vor allem behindertengerechte Arbeitsplätze finanziert
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