Donnerstag, 30. Juni 2011

SoVD-Protestplakat gegen Kaufkraftverlust bei den Renten

"Und wie müssen Sie Ihre Rente aufbessern?" fragt der Sozialverband Deutschland (SoVD) provokativ auf einem Protestplakat, das heute in Berlin vorgestellt wurde. Der Verband kritisiert die seiner Meinung nach "kümmerliche" Anhebung der Renten um gerade mal 0,99 Prozent zum 1. Juli.

"Diese Anpassung zeigt auf alarmierende Weise, dass die Rente selbst dann auf der Strecke bleibt, wenn die Wirtschaft boomt", meint SoVD-Präsident Adolf Bauer. Nullrunden, Minianpassungen, ausufernde Belastungen in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie steigende Inflation haben nach Berechnungen des SoVD seit 2004 zu einem Rentenkaufkraftverlust von mehr als zehn Prozent geführt.

Die Fast-Null-Runde werde diesen fatalen Abwärtssog schon aufgrund der zusätzlichen Belastungen in der Krankenversicherung nicht mindern. Das Angstbarometer steige und erreiche inzwischen Höchstwerte, denn viele Rentnerinnen und Rentner fürchten den sozialen Abstieg.

Der Sozialverbandspräsident forderte die Bundesregierung auf, den Wertverfall der Renten durch entschlossenes Handeln zu stoppen und das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung wieder herzustellen. "Notwendig ist insbesondere die Rückkehr zu einer lohnorientierten Rentenanpassung. Hierzu müssen Riester- und Nachholfaktor abgeschafft werden", forderte Bauer.

jos

Mittwoch, 29. Juni 2011

Mini-Ausgleichsabgaben der Firmen verhindern weiter Integration von Behinderten

Politiker aller Richtungen beeilen sich vor allem, wenn mal wieder Wahlen bevorstehen, sich gegenseitig in "Behindertenfreundlichkeit" zu überholen. Vor allem das Schlagwort von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im allgemeinen und dem Arbeitsleben insbesondere wird dabei gern strapaziert. Das Wahlvolk glaubt diese Politikersprüche allerdings wohl nicht mehr wirklich. Knapp 80 Prozent (78,7 %) meinten bei einer Umfrage der Apotheken Umschau, behinderte Menschen würden in Deutschland zu häufig ausgegrenzt.

Mittwoch, 15. Juni 2011

chronischLEBEN-Dokumentation: Aktionsplan der Bundesregierung in Sachen unentgeltliche Beförderung

Hier der Wortlaut der Abschnitte des Nationaler Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die sich auf den Öffentlichen Personenverkehr (3.8.1 - S. 73 des Aktionsplans) und Eisenbahnverkehr (3.8.2 - S. 73/74) beziehen.

Positiv im Aktionsplan : Freie Fahrt in allen deutschen Regionalbahnen am September 2011

Bei aller berechtigter Kritik der Sozial- und Behindertenverbände am völlig unzureichenden Aktionsplan der Bundesregierung für Behinderte: Eine gute Nachricht konnte Sozialministerin Ursula von der Leyen heute dann doch verkünden: Ab 1. September 2011 hebt   die Deutsche Bahn (DB) längst überfälliges Relikt auf. Wer einen Schwerbehindertenausweis (Schwebi) mit einem Kennzeichen "g" hat, darf dann endlich in ALLEN Nahverkehrszügen fahren, ohne eine Fahrkarte zu erwerben.

Kritik an Aktionsplan der Bundesregierung für Behinderte: "Bloße Absichtserklärung" und "enttäuschend mutlos"

Enttäuscht sind die "Aktion Mensch" und der Sozialverband Deutschland SoVD von dem Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, der heute im Bundestag beschlossen wurde. Die Kritik des Vorstandes der Aktion Mensch, Martin Georgi: "Eine bloße Absichtserklärung". Als "enttäuschend mutlos" kritisiert SoVD-Präsident Adolf Bauer den Nationalen Aktionsplan.

Dienstag, 14. Juni 2011

Krank arbeiten gehen kostet doppelt so viel wie Fehltage

Wer krank zur Arbeit geht statt sich als "arbeitsunfähig geschrieben" auszukurieren, ist teuer - für den Arbeitgeber. Nach einer neuen Studie der Felix Burda Stiftung ist die Anwesenheit am Arbeitsplatz trotz Krankheit doppelt so teuer wie Fehlzeiten aufgrund Krankheit.

Montag, 6. Juni 2011

Alzheimer Gesellschaft kritisiert Bundesgesundheitsminister Detlef Bahr: Pflegereform nicht weiter aufschieben

Die sofortige Umsetzung der Vorschläge einer Expertenkommission zu einer Pflegereform forderte die 2. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Bärbel Schönhof. Sie kritisierte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Der hatte gestern Abend in der Talk Show von Anne Will unter dem Titel „Wenn Svetlana Opa betreut – letzter Ausweg illegale Pflege?“ zwar durchaus auch Reformbedarf zugegeben, aber behauptet, dass erst "jetzt endlich“ Vorschläge einer Expertenkommission zur Reform der Pflegeversicherung vorlägen.