Dienstag, 13. Dezember 2011

Lebenserwartung von Menschen mit geringem Einkommen sinkt weiter
Wer gut verdient - stirbt
Wer arm ist - stirbt viel früher

Die Deutschen werden immer älter - dieser Satz ist so nicht richtig. Wirklich alt werden hauptsächlich Menschen mit normalem Einkommen. Wer zu den Menschen mit geringem Einkommen zählt, stirbt entgegen dem allgemeinen Trend immer früher: Geringverdiener haben mittlerweile eine um rund zwei Jahre geringere Lebenserwartung als die Deutschen mit normalem Einkommen. Arme Ostdeutsche sterben sogar vier Jahre früher als der Durchschnitt. Betroffen sind besonders viele chronisch Kranke. Das gab die Bundesregierung ein wenig kleinlaut auf eine entsprechende Große Anfrage der Linksfraktion zu.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Richard David Precht legt in "derStandard"-Interview nach
Wie aus verzogenen garstigen Rentnern
doch noch sehr nette Menschen werden können ...

Mit seinen verworrenen populistischen Zwangsarbeitsideen gibt sich der Bestsellerautor Richard David Precht mittlerweile Mühe, den Rechtsaußen Thilo Sarrazin zumindest stilistisch zu übertrumpfen - wohl mit Blick auf dessen merkantilen Erfolge.

"Was der Thilo kann, kann ich schon längst", mag der philosophische Überflieger sich gedacht haben - und jetzt versucht er - erfolgreich - sich selbst sozusagen von rechts zu überholen (Philosophen sind ja bekanntlich nicht an physikalische Gesetze gebunden). Precht hat lange gegrübelt - und für ein Interview mit dem österreichischen "derStandard.at" fielen ihm dann tatsächlich ein paar neue fürs Gemeinwohl gefährliche Dummbaseleien ein.

Dass manche Rentner, so Precht gewohnt vollmundig, "nach 30 Jahren Arbeit 30 Jahre Pension für sich beanspruchten und das zulasten der künftigen Generationen", sei die "Mentalität von verzogenen Kindern". "Forever young" à la Precht sozusagen. Ist es nur eine Freudsche, nein Prechtsche Fehlleistung, dass ihm da ein alter Filmtitel durchs Unterbewusstsein geisterte: "Hunde, wollt ihr ewig leben"*?

Jedenfalls fragt sich der "verzogene Kinder-Rentner" da schon ein wenig bange, wie viele Jährchen der smarte Herr Precht ihm denn wohl noch zubilligt? 15 vielleicht nach 30 Jahren Maloche? Und wie sieht das aus mit dem arbeitsscheuen Gesindel, das sich eine komfortable arbeitshinderliche chronische Krankheit anlacht und schon nach 15 Jährchen Arbeit in die Luxus-Frührente drängt - sich womöglich auch noch vor der von Herrn Precht verordneten Zwangsarbeit drücken will? Sollen die vielleicht "zugunsten der künftigen Generationen" schon nach 5 Jahren Lotter-Rentner-Leben freiwillig den Löffel abgeben?

Aber nein, beruhigt Herr Precht beim "derStandard"-Interview, die wallende Mähne in mildem Tadel schüttelnd. So schlimm sei das doch alles gar nicht: Seine Zwangsarbeit sei eigentlich ganz human:

"Nein, sie bekommen ganz normal ihre Rente. Im ersten Jahr, indem sie ihre Rente beziehen, sollen sie halbtags in einer Pflicht gegenüber der Gemeinschaft tätig sein und sich um Schulkinder kümmern oder auch um Kranke, um pflegebedürftige Alte und vieles mehr."

Ah ja. Alles easy. Pädagogen, Krankenschwestern und Altenpflegerinnen, die auf das zwangsläufige Burnout zu arbeiten bis zum Umfallen, werden das gewiss gern bestätigen.

Herr Precht ist ein wahrer Menschenfreund: Die Zwangsarbeit hat nach seiner Überzeugung auch charakterbildende Funktionen - weil doch dee Umgang mit Kindern so glücklich und zufrieden und ausgeglichen mache. Originalton Precht: 

"So kann auch aus dem einen oder anderen garstigen Rentner ein sehr netter Mensch werden."

Auf freiwillige Aktivitätem des faulen garstigen Rentnervolks will der Jungdynamiker sich lieber nicht einlassen. Da wird der Menschenfreund Precht dann doch eher zum Miesepetrigen Misanthropen:

Wenn es angenommen würde, müssten wir auch kein Pflichtjahr einführen. Wenn die Menschen bereit wären, das alles freiwillig zu tun, dann können wir auf die Pflicht verzichten. Das wäre mir die liebere Lösung, aber daran glaube ich nicht."

Norbert Jos Maas / Zitate: "derStandard.at" 05.012.2011

* "Hunde, wollt ihr ewig leben": Filmdrama um Stalingrad des deutschen Regisseurs Frank Wisbar aus dem Jahr 1959

siehe zum Thema auch: chronischLEBEN-Beitrag + Doku:
Philosophischer Dampfplauderer Richard David Prechtfordert im ZDF ein Jahr Zwangsarbeit für Senioren






Dienstag, 6. Dezember 2011

Mehr als 23.000 Adressen und Anlaufstellen
Familienratgeber der "Aktion Mensch" jetzt auch auf Facebook

Der Familienratgeber der Aktion Mensch ist ab sofort auch über Facebook zu erreichen. In der Familienratgeber-Adressdatenbank finden Menschen mit Behinderung, ihre Angehörigen und sie betreuende Stellen bundesweit über 23.000 Adressen und Anlaufstellen, die konkrete Beratung und Hilfe bieten können.

Der Familienratgeber will Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen durch den Dschungel der Zuständigkeiten und Behörden helfen und bietet deshalb unter www.familieratgeber.de neben der Adressdatenbank ein umfangreiches Informationsangebot.

Außerdem können sich Interessierte und Experten in eigener Sache in Foren rund um die Themen Behinderung, Familie und die sich ständig verändernden rechtliche Rahmenbedingungen austauschen oder im Familientagebuch aus ihrem Leben berichten. Interessierte sind zu Austausch und Diskussion herzlich eingeladen.

Quelle: Blog Aktion Mensch



Sonntag, 4. Dezember 2011

Am Rande der Verleihung eines "body LIFE Awards"
Fitness-Studios und Sportwissenschaftler verteufeln Chroniker
Boni-Modelle der Krankenkassen sollen Zukunft der Branche sichern

Auf seiner Homepage wirbt der "body Life"-Preisträger 2011
Werner Pfitzmeier mit seinem Bodybuilder-Sieg als Junior vor 31 Jahren
Zwei Tendenzen fallen im Bereich der chronischen Erkrankungen immer wieder auf: einerseits Versuche von politischer Seite, die wachsenden Kosten im Gesundheitswesen den Versicherten aufzubürden - etwa mit immer höheren Zuzahlungen und Zusatzbeiträgen  sowie einem "Zuuckerbrot-und Peitsche-Prinzip" - und andererseits Strategien einzelner Wirtschaftsbranchen,die darauf abzielen, neue gewinnträchtige Märkte zu erschließen. Ein typisches Beispiel dafür ist das aggressive Verhalten der Fitness-Anbieter. Die neuste Idee der früheren Muckibuden-Betreiber, die sich sich neuerdings als gesundheitsspendende Heilsbringer anbieten wie sauer Bier: Chronisch Kranke werden zu Sündenböcken erklärt. Gleichzeitig propagiert die Branche Boni-Systeme, wie sie seit einigen Jahren bei vielen Krankenversicherungen üblich sind - mit der Absicht, Profit daraus zu schlagen.