Freitag, 2. November 2012

CDU-Innensenator diskriminiert protestierende Flüchtlinge
Behindertenverbandsvorsitzender Ilja Seifert stellt richtig:
Benutzung von Rollstühlen ist keine Verhöhnung Behinderter

Teilnehmer der Flüchtlingsmahnwache vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Foto: cephir | flickr
Solidarisiert hat sich der Vorsitzende des Allgemeinen Behindertenverbandes Ilja Seifert mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Flüchtlingsmahnwache am Brandenburger Tor. Der Bundestagsabgeordnete der Linken, selbst Rollstuhlfahrer, widersprach energisch der Äußerung des Berliner Innensenators Frank Henkel (CDU), der protestierenden Flüchtlinge, die Rollstühle benutzten,um sich auszuüben, eine "Inszenierung " sowie die "Verhöhnung Behinderter" unterstellt hatte.

Hintergrund: Die dem CDU-Innensenator unterstellte Berliner Polizei nimmt den Teilehmern des "refugee camp", die gegen die Diskriminierung von Flüchtlingeni. Deutschland protestieren und seit Tagen Wind, Regen und Kälte trotzen, Matten, improvisierte Zelte und Plänen weg., die ihnen von der Bevölkerung, darunter vielen Behinderten, als Wetterschutz gespendet wurden.

Der CDU-Innensenator Henkel lobte das inhumane Vorgehen der Polizei ausdrücklich und erklärte im Internet: "Die Polizei wird das Versammlungsrecht schützen, aber nicht zulassen, dass am Brandenburger Tor ein wildes Camp entsteht". Der Senator kritisierte, dass die Flüchtlinge Rollstühle benutzten, um sich auszuruhen. "Eine solche politische Inszenierung verhöhnt Behinderte und schadet dem Anliegen der Flüchtlinge, welches immer mehr in den Hintergrund rückt", behauptete der Senator.

Ilja Seifert stelltefürden Allgemeinen Behindertenverbandes richtig: "Innensenator Henkel irrt: Rollstühle sind ein geeignetes (Hilfs)Mittel für alle Menschen, die Probleme beim Stehen oder in der Fortbewegung haben". Von der von Henkel unterstellten "Verhöhnung Behinderter", so Seifert, könne keine Rede sein: "Die Nutzung von Rollstühlen durch Flüchtlinge, die unter unwürdigsten Bedingungen gegen ihre Behandlung am Brandenburger Tor protestieren, ist keine Verhöhnung von Menschen mit Behinderungen. Im Gegenteil: sie verdienen wie viele andere Menschen, die in Deutschland tagtäglich diskriminiert und ausgegrenzt werden, meine volle Solidarität."


jos

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